Kleiner historischer Abriss

Das genaue Gründungsjahr von Bärenwalde ist nicht bekannt. Wir kennen aber den Gründer, den Lokator (Vermesser) Bero. Sein Name steckt noch heute im Namen von Bärenwalde. Der Ortsname erfuhr in den letzten Jahrhunderten viele Schreibweisen wie Berowald, Bernwald, Behrnwalde um nur einige zu nennen.

Seine Arbeit begann Ende des 12.,  Anfang des 13. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit entstand auch mit großer Wahrscheinlichkeit der Viertelhof (ca. 5ha) als Dreiseitenhof auf dem Sie jetzt ein paar schöne Tage verbringen können. Einwanderer aus Franken und Thüringen besiedelten damals den neuen Lebensraum. Seit dem 16. Jahrhundert hatte unser Hof 21 Besitzer. In Familienbesitz ist er in 3. Generation. Die heutige bauliche Substanz reicht bis in das Jahr 1800 zurück. In einer alten Blockstube (heute Frühstücks- und Aufenthaltsraum) wurde ein Balken mit dieser Jahreszahl gefunden und wieder sichtbar gemacht. Die alten Lehmwände wurden teilweise erhalten und zu neuem Leben erweckt. In Dankbarkeit an die Großeltern, die das Objekt mit viel persönlichen Opfern erwarben und ihren Lebensunterhalt damit sicherten, werden die beiden Wohnungen „Paul“ und „Hilma“ genannt.

Unser Dorf erstreckt sich entlang des Rödelbaches und liegt zwischen ca. 440 m und 604 m über NN im Westerzgebirge. Der Rödelbach trennt zwei geologische Formationen: Auf der Westseite erstrecken sich die Ausläufer des Kirchberger Granits mit zahlreichen kleinen Steinbrüchen, auf der Ostseite haben wir vorrangig Schiefergestein.

Gotthilf Heinrich Schubert (1780-1860), ein bekannter Philosoph, Forscher und Professor der Naturwissenschaften in München, schrieb 43 Jahre nach seinem ersten Besuch in Bärenwalde: „Ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn ich das Tal in das ich mit all meinen sehnlichsten Wünschen und Hoffnungen eingezogen war, eines der schönsten nenne, das ich in allen Gebirgen des deutschen Vaterlandes im Norden wie im Süden, im Osten wie im Westen gesehen habe.“ Sicherlich ist diese Wertschätzung auch unter dem Gesichtspunkt zu sehen, dass Schubert in Bärenwalde seine große Liebe fand. Von der Schönheit unseres Tales sollten Sie sich aber nun selbst ein Bild machen.

Erwähnenswert ist auch der Kartoffelanbau in unserer Gemeinde. In einem Erbschaftsvertrag von 1686 ist die Kartoffel erstmals urkundlich genannt. Bärenwalde zählt damit zu den Orten mit dem frühesten Nachweis eines Anbaues in Sachsen. Die Blütezeit erlebte Bärenwalde durch die umfangreiche Handelstätigkeit mit Eisenwaren und Klöppelspitzen der Familie Wapler im 18. Jahrhundert. Bärenwalde wurde zu dieser Zeit als Kleinleipzig bezeichnet. Im Jahr 1780 wurden von der Familie Wapler mehr als 2000 Klöpplerinnen beschäftigt. Die Waren gingen bis nach Frankreich, Holland und England. Ein für eine Ausstellung in Wien geklöppeltes schwarzseidenes Tuch repräsentierte einen Wert von mehr als 1000 Talern und wurde preisgekrönt. Das Wahrzeichen des Ortes ist die 1733 errichtete Kirche mit dem 1775 vollendeten Turm. Sie gehört zu den größten Dorfkirchen in Sachsen. Bei einer Wanderung um den Ort können Sie "das Naturdenkmal" „die Moosheide“ erkunden: Auf die kleine Hochmoorfläche haben sich einige vom Aussterben bedrohte Pflanzen zurückgezogen. Die wichtigsten von ihnen sind sicher der Sonnentau und das Fettkraut als fleischfressende Pflanzen sowie die Schlangenwurz (Calla), das gefleckte Knabenkraut und Arnica.

[1] M. Leistner, Chronik des erzgebirgischen Dorfes Bärenwalde. Zwickau 1952

 

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